PostHeaderIcon 20 Bochumer Organisationen für Bleiberecht in Bochum

Mit einem offenen Brief haben sich 20 Bochumer Organisationen, unter anderem auch wir als BoFo,  an Oberbürgermeister Thomas Eiskirch und den Geschäftsführer des Bochumer Jobcenters Frank Böttcher gewandt. Sie fordern die Verantwortlichen dazu auf, die bis zu 1.000 anerkannten Flüchtlinge, die durch das sogenannte „Integrationsgesetz“ von einer Vertreibung aus Bochum bedroht sind, hier wohnen zu lassen. Außerdem müssen die lebensnotwendigen Zahlungen von Sozialleistungen sofort und unbürokratisch wieder aufgenommen werden, fordern die Unterzeichnenden.

„Die betroffenen Menschen haben in Bochum eine Wohnung gefunden, besuchen einen Integrationskurs oder stehen hierfür auf der Warteliste, ihre Kinder besuchen hier Kindergärten und Schulen“, heißt es in dem offenen Brief. „Viele haben hier Freunde gefunden und Kontakte zu anderen Bochumerinnen und Bochumern geknüpft.“ Unterzeichnet ist das Schreiben unter anderem von der Initiative Treffpunkt Asyl, BoFo, dem Caritasverband, der Inneren Mission der Diakonie, der Medizinischen Flüchtlingshilfe, dem Bahnhof Langendreer sowie Ehrenamtsinitiativen und Einzelpersonen der Flüchtlingsarbeit.

Bisher wollen sich die Verantwortlichen der Stadt Bochum noch nicht festlegen, wie sie mit den Menschen umgehen, die vor dem Inkrafttreten des umstrittenen „Integrationsgesetzes“ nach Bochum gezogen sind. Zuletzt hatte der Verwaltungsvorstand entschieden, ihnen zumindest bis zum 1. Dezember keine Umzugsaufforderung zuzusenden. Das löse das Problem jedoch nicht, schreiben die Organisationen in ihrem offenen Brief: „Unsere neuen Mitbürger*innen müssen auf diese Weise noch viele Wochen in einem unsicheren und äußerst belastenden Status verharren. Wir fordern Sie hiermit auf, die integrationsfeindlichen und existenzbedrohen Maßnahmen zu unterlassen und sich entschieden dafür einzusetzen, dass Bochum weiterhin eine freundliche und offene Willkommenskultur lebt.“

Der offene Brief im Wortlaut: Diesen Beitrag weiterlesen »

PostHeaderIcon Rede zum Gedenktag an die Opfer des Faschismus

Anbei dokumentieren wir die Rede von Deniz Cigdem Sert (BoFo) anlässlich des Gedenktages der VVN-BdA an die Opfer des Faschismus und der ermordeten Widerstandskämpfer am 11.09.2016 in Bochum

“Liebe Freundinnen und Freunde,

im Namen des Bochumer Forum für Antirassismus und Kultur bedanke ich mich zunächst für die Einladung der VVN-BdA, am heutigen Tage hier zu euch sprechen zu dürfen und den diesjährigen Redebeitrag zu übernehmen.

Wir haben uns heute hier versammelt, um auch in diesem Jahr, an diesem 2. Sonntag im September der Opfer des Faschismus zu gedenken. Ich möchte ausdrücklich auf die Wichtigkeit einer politischen Gedenkkultur hinweisen und der VVN-BdA auf diesem Wege nochmals für diesen hartnäckigen und unermüdlichen Einsatz danken. Vielen Dank!

Die politische Gedenkkultur ist deshalb so wichtig, weil uns die Geschichte auch immer wieder zu Achtsamkeit auffordern sollte; denn das Gedenken der Opfer des Faschismus – und so hätten sich die Toten dieses ganz sicher gewünscht, ist gleichzeitig der Beweis dafür, dass ihr Kampf fortgeführt wird. Der Kampf für eine friedliche, menschliche und gerechte Welt! Der Kampf gegen Unterdrückung, Ausgrenzung und Rassismus. Diesen Beitrag weiterlesen »

PostHeaderIcon Gedenken an die Opfer des Faschismus

Kranzniederlegung zur Erinnerung an die Widerstandskämpfer

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (WN – BdA) ruft auf, am Tag der Opfer des Faschismus, der Widerstandskämpfer gegen den Faschismus und Krieg zu gedenken. Am Sonntag, den 11. September (Treffpunkt 11.00 Uhr, Haupteingang) findet an der Gedenkstätte auf dem Friedhof Freigrafendamm eine Kranzniederlegung statt. An den Gräbern am Denkmal auf dem Ehrenrundplatz spricht Deniz Sert vom Vorstand des Bochumer Forum für Antirassismus und Kultur.

PostHeaderIcon Solidarität mit dem Protestcamp in Bochum – Alle sollen bleiben dürfen!

Diesen Aufruf vom Treffpunkt Asyl haben wir von BoFo mit vielen anderen Initiativen und Einzelpersonen mitunterzeichnet:

Die Proteste der Geflüchteten gegen die Wohnsitzauflage gehen weiter. Die Menschen haben beschlossen, nun dauerhaft und auch über Nacht für ihre Rechte zu demonstrieren, um ihrem Anliegen mehr Nachdruck zu verleihen. Dafür haben sie auf dem Bochumer Rathausplatz bis einschließlich Samstag ein Camp errichtet.

Die im Integrationsgesetz verankerte Wohnsitzauflage zwingt alle Menschen, die im Jahr 2016 als Geflüchtete in Deutschland anerkannt worden sind, in dem Bundesland ihren Wohnsitz zu nehmen, in dem ihr Asylantrag bearbeitet wurde. Die Auflage gilt rückwirkend: Auch Menschen, die vor Inkrafttreten des Gesetzes am 6. August hier bereits Monate gelebt haben, sollen Bochum verlassen. Das bedeutet, dass Menschen, die hier bereits ihren Lebensmittelpunkt haben, ihre Wohnung, ihre Schule, ihre Plätze in den Integrationskursen und ihre Freund*innen von heute auf morgen aufgeben sollen. Viele haben in anderen Städten schlechte Erfahrungen mit Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gemacht. Diesen Beitrag weiterlesen »

PostHeaderIcon DaSKuT kommt wieder nach Bochum

Das Bochumer Bündnis gegen Rechts schreibt auf seiner Webseite: »Für den 4.9.2016 hat “DaSKuT” erneut eine Kundgebung in Bochum angemeldet. Diese Gruppe, ein eindeutiger Pegida-Ableger, will nun zum zweiten Mal nach dem 19. Juni rassistische Positionen vertreten und gegen Flüchtlinge hetzen. Die politische Zuordnung von “DasKuT” wird auch daran deutlich, dass am 19. Juni eine Bundestagskandidatin der NPD (!) zu den RednerInnen gehörte. Diesmal wird “DaSKuT” um 19 Uhr am Kuhhirten auftreten und es wird auch dieses Mal Protest geben. Flüchtlinge, die in Bochum leben, UnterstützerInnen, die eng mit Flüchtlingen zusammenarbeiten, und alle anderen Menschen, die rassistische Inhalte und Reden aus Überzeugung ablehnen, müssen sich von “DaSKuT” provoziert fühlen und sollen und werden dies auch zeigen.

Vorbereiten werden wir uns auf die Aktion gegen”DaSKuT” ab 15.00. Die Antifa Bochum und das Soziale Zentrum laden ein zum Treffen auf den Schmechtingwiesen. Dort können wir unser Vorgehen besprechen, miteinander reden, Musik hören, zu Essen gibt es auch. Gegen 18.00 werden wir in die Innenstadt gehen mit dem Ziel, uns gründlich über “DaSKuT” zu informieren. Nach den Erfahrungen vom 1. Mai und vor allem vom 19. Juni ist nicht beabsichtigt, eine eigene Kundgebung anzumelden. Die Anmeldung einer eigenen Kundgebung schützt nicht vor polizeilicher Aggressivität. Für uns gilt die Versammlungsfreiheit, niemand kann uns daran hindern, an einer öffentlichen Kundgebung auch einer “rechten” Organisation teilzunehmen. Das werden wir tun.«

PostHeaderIcon Offener Brief zu Rassismus bei Bo-Total

Sehr geehrter Herr Marcus Gloria, sehr geehrtes Team der Veranstaltungsagentur Cooltour und der Bochum Total 2010 UG,

Bochum Total soll ein buntes, kostenloses Fest für alle Bürger*innen in Bochum sein. Doch die Vorfreude auf das Fest, welches am heutigen Donnerstag startet, trübt sich angesichts Ihres Hinweises für arabisch sprechende Personen stark ein. In dem kurzen Text mit dem Titel “gutgemeinte Infos und Tipps für unsere arabisch sprechenden Gäste”, schreiben sie unter anderem “kommt alle zu Bochum Total aber versteht, dass die Deutschen auf ihre Art feiern und das viel Alkohol getrunken wird. Auf keinen Fall wollen Frauen angebaggert oder bedrängt werden. Auch nicht wenn sie nur wenig Kleidung tragen. Das ist hier so üblich.”

Wir kritisieren diese Hinweise stark! Ihre Veröffentlichung reproduziert in vielfacher Weise rassistische Stereotype.

Ein grundsätzliches Statement gegen besoffene und nicht besoffene Grabscher jeglicher Nationalität oder Sprachgruppe, ein Statement gegen sexistische Übergriffe bei Bochum Total wäre sicherlich sinnvoll. Wir wünschen uns eine Erklärung über ihr Konzept, wie sie als Veranstalter generell sexuelle Übergriffe verhindern wollen. Anstelle einer klaren Positionierung gegen sexuelle Gewalt auf ihrem Festival, richten sie sich in ihrer Erklärung jedoch nur an eine von ihnen willkürlich ausgewählte Personengruppe: Der Titel „Für unsere arabisch sprechenden Gäste“ signalisiert, dass alle arabischsprachigen Gäste – und nur sie – diese Informationen und Verhaltenstipps dringend benötigen, da sie sonst die Persönlichkeitsrechte von „Deutschen“ missachten. Der Satz „das die Deutschen auf Ihre Art feiern“ verdeutlicht zudem, dass arabischsprechende Menschen keine Deutschen sind und dass ausschließlich diese Gruppe zu sexistischen Übergriffen neigt. Die schöne Formulierung „(die) sich erst eingewöhnen müssen“ stellt dann gleich noch klar, dass Menschen die arabisch sprechen, bisher ein anderes Verhalten gewöhnt sind: Sie suggerieren, dass diese von Ihnen konstruierte Personengruppe bislang nicht die Rechte von Frauen beachtet, sondern diese belästigt und bedrängt hat.

Zu guter Letzt impliziert „Verhaltet Euch zurückhaltend…“ dass Aufdringlichkeit und Übergriffigkeit gleichsam zum Naturell arabischsprechender Menschen gehört.

Ein so kurzer und gleichzeitig so undifferenzierter Text mit so vielen rassistischen Generalisierungen und Stereotypen ist selbst für uninformierte Medienmacher eine wahre Meisterleistung.

Wir erwarten von einem der größten Festivals Deutschlands und Wahrzeichen der Stadt in der wir leben eine klare Distanzierung und klare Haltung gegen Rassismus und Sexismus in unserer Gesellschaft. Diesen Beitrag weiterlesen »

PostHeaderIcon BoFo Mitgliederversammlung 19.06.2016

Am 19.06.2016 haben sich die Mitglieder von BoFo zur Jahreshauptversammlung getroffen. Neben vielen inhaltlichen Debatten wurde auch ein neuer Vorstand gewählt.

Die Wahlen waren von großer personeller Kontinuität geprägt. In den neuen Vorstand von BoFo wurden gewählt:

Cigdem Deniz Sert als Vorsitzende

Ralf-D. Lange als Stellvertreter

Nicolai Suppa als Kassierer

sowie Piotr Suder und Susanne Wittmann als BeisitzerInnen

Die vielfältigen Aktionen und Beteiligungen von BoFo im vergangenen Jahr wie zum Beispiel die Teilnahme an der Menschenkette in Bochum wurden diskutiert. Außerdem haben wir uns auf einen Rassismusbegriff (in Anlehnung an IDA) verständigt, der die Grundlage unserer rassismuskritischen Auseinandersetzung bildet. Dieser ist dokumentiert auf unserer Internetseite unter Selbstdarstellung/Rassismusbegriff.

Geplant wurde außerdem eine Tagung in Bochum zum Thema “Rassismus in der aktuellen politischen (Flüchtlings-)debatte”, Arbeitstitel: “Wie schaffen wir eine rassismuskritische Aufklärung in migrationspolitischen Debatten?”. Die Tagung wird am 19.11. 2016 in der Zeit von 13 – 19 Uhr bei ver.di Bo/Her stattfinden.

PostHeaderIcon BoFo unterstützt Bündnis gegen Nazi-Demo

Das Bochumer Forum für Antirassismus und Kultur – BoFo e.V. unterstützt das Bündnis, das sich gegen die Demonstration der NPD in Bochum am 1. Mai stellt. „Gemeinsam mit über 50 anderen Initiativen, Organisationen und Parteien – und dem VfL – wollen wir den geplanten Nazi-Aufmarsch in Bochum verhindern“, so BoFo.

„Die Parole, unter der die NPD zu ihrem Marsch durch Bochum aufruft, schürt ganz gezielt Vorurteile gegen Migrantinnen und Migranten“, so BoFo weiter. „Wir wissen, dass die NPD und ihre AnhängerInnen nur die Spitze des Eisberges sind. Wir erinnern in diesem Zusammenhang an Pegida, Hogesa und die AfD, die mit ebensolchen Parolen auf Stimmenfang gehen und versuchen, die Gesellschaft immer weiter zu spalten. Leider haben über 20 % aller BürgerInnen der Bundesrepublik ein geschlossenes rassistisches Weltbild. Trotzdem und gerade deshalb ist es wichtig, dem immer wieder entschieden entgegen zu treten. Nicht alle Rassisten sind Nazis, aber alle Nazis sind Rassisten!

Deshalb ist es für uns selbstverständlich, dass wir uns diesen offenen Rassisten am 1. Mai entschieden entgegen stellen und nach Kräften verhindern, dass sie hier in Bochum weiter Fuß fassen können.“

PostHeaderIcon Experten der Vernichtung – Voraussetzungen und Praktiken für den faschistischen Völkermord

Gemeinsam mit dem Bochumer Bündnis gegen Rechts unterstützen wir einen ganz besonderen Vortrag, zu dem die VVN-BdA Bochum einlädt, mit Frau Dr. Sara Berger, Rom. Er findet am Dienstag, 22. März 2016, 19:00 im Restaurant Leonidas, Annastr. 25, 44793 Bochum (Nähe Springerplatz) statt.

Experten der Vernichtung – Voraussetzungen und Praktiken für den faschistischen Völkermord

In den Vernichtungslagern der “Aktion Reinhard” (Belzec, Sobibor, und Treblinka) wurden über anderthalb Millionen Juden, insbesondere aus Polen, aber auch aus anderen Ländern, mit Motorabgasen ermordet. Unter den Opfern waren auch über Hundert Bochumer und Bochumerinnen. Als besondere Experten für den Massenmord agierte eine Gruppe von 120 Männern, die zuvor in den Jahren 1940 und 1941 an der systematischen Ermordung von mehr als 70.000 Patienten aus Heil- und Pflegeanstalten (“Euthanasie” – Aktion T4) beteiligt waren. Diesen Beitrag weiterlesen »

PostHeaderIcon Bochum kann es besser – viel Herz, aber kein Geld!

Wir machen aufmerksam auf eine Veranstaltung des Bochumer Bündnisses für Arbeit und soziale Gerechtgkeit mit dem Titel
“Bochum kann es besser – viel Herz, aber kein Geld!”
am Do 17. März 2016 um 18:00 Uhr ver.di-Haus Bochum, Universitätsstr. 76, 44789 Bochum

mit Birgit Naujoks, Geschäftsführerin Flüchtlingsrat NRW
„Rechtliche Rahmenbedingungen für Geflüchtete und deren Umsetzung in Bochum“

Prof. Dr. Christoph Butterwegge, Universität Köln
„Die angebliche Flüchtlingskrise – ein Armutsproblem unserer Gesellschaft“

In der Ankündigung heißt es: “Viele geflüchtete Menschen sind in den vergangenen Monaten in unsere Stadt gekommen. Viele Menschen in Bochum haben sie durch eine aktive „Willkommenskultur“ aufgenommen. Das ist ein gutes Zeichen für unsere Stadt. Sie sind in eine Stadt gekommen, die große Herausforderungen zu meistern hat. Eine Stadt, die vor immensen finanziellen Problemen steht und nach Lösungen suchen muss. Aus der Sicht des Bochumer Bündnisses für Arbeit und soziale Gerechtigkeit begründen sich die Schwierigkeiten der Stadt aus jahrelangen Fehlentwicklungen im Einnahmebereich und sind weder durch die bisherigen Kürzungsbemühungen noch durch den weiteren Rückbau, bzw. die Einschränkung in der Daseinsversorgung und –vorsorge zu lösen. Mit dem Zuzug asylsuchender Menschen laufen wir Gefahr, dass die vorhandenen Probleme weiter wachsen.

Wir stehen gemeinsam vor großen Aufgaben. Miteinander wollen wir nach guten Lösungen für alle Menschen in unserer Stadt suchen.

Dazu laden wir alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein.” Diesen Beitrag weiterlesen »