Tagtäglich werden Menschen diskriminiert. Aufgrund ihrer Herkunft, ihres Geschlechtes, ihrer körperlichen und geistigen Fähigkeiten, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Ansichten. Oft wissen die Opfer nicht, wie sie sich wehren können.

Das Bochumer Forum für Antirassismus und Kultur – kurz BoFo e.V. – hat sich gegründet, um antirassistische Arbeit in Bochum und Umgebung sowie die kulturelle Vielfalt zu fördern. Der gemeinnützige Verein ist unabhängig und überparteilich. Er will mit Informationsveranstaltungen, Beratungs- und Aufklärungstätigkeit, Publikationen und Kulturveranstaltungen mehr Sensibilität und Öffentlichkeit für das Thema Antirassismus schaffen.

Zugleich will der Verein eine Anlaufstelle für Diskriminierungsopfer sein, sie beraten und begleiten. Dabei trägt BoFo den Vernetzungsgedanken in sich: Mit anderen Initiativen und insbesondere mit Schulen soll eine enge Kooperation aufgebaut werden.

Antirassismus

Rassismus kann viele Gesichter haben: Von körperlichen Angriffen bis zu Absagen bei Bewerbungen aufgrund eines nach wie vor fremd klingenden Namens. Oft bleibt Rassismus unsichtbar. Aufgrund von Angst der Opfer oder auch aufgrund von Resignation. Das Problem Rassismus ist jedoch unverkennbar groß. Laut aktuellem Bericht der Vereinten Nationen herrscht in Deutschland ein „hartnäckiger Rassismus“ – bis weit in die Mitte der Gesellschaft. Hinzu kommt das Erstarken rechter Parteien und Organisationen wie zuletzt der rassistischen pro-NRW-Bewegung. All dies macht eine breite antirassistische Arbeit notwendiger denn je.

BoFo e.V. will sowohl eine Anlaufstelle für Opfer von Diskriminierung sein als auch das Thema Antirassismus durch konzeptionelle Arbeit stärken. Dabei geht es nicht nur um personelle Diskriminierungen, sondern auch um deren strukturelle und politische Bedingungen. Die Herstellung einer breiteren Öffentlichkeit ist hierzu wichtigste Voraussetzung.

Kultur

Ein weiterer Schwerpunkt von BoFo e.V. liegt in der Kulturarbeit, genauer gesagt in der Förderung von Interkultur. Interkultur meint hier kein bloßes Nebeneinander von nationalen Kulturen. Das Konzept Interkultur kann sowohl national geprägte Kulturen als auch milieuspezifsche oder Subkulturen umfassen, es lässt aber immer eine gesellschaftliche Vielfalt erkennen. Dazu will BoFo e.V. Initiativen und Ansätze fördern, die keine Differenzlinien reproduzieren, sondern neue Identitäten schaffen, indem alte irritiert werden. Interkultur muss ein Anliegen der Gesamtgesellschaft werden!

Lesungen, Theateraufführungen oder Konzerte, die diesem Verständnis von Interkultur entsprechen, werden von BoFo gefördert. Dabei hat der Verein auch den Anspruch, qualitativ hochwertige Veranstaltungen zu organisieren.

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Unser Rassismusbegriff in Anlehnung an IDA:

Rassismus ist der Prozess, in dem Menschen aufgrund tatsächlicher oder vermeintlicher körperlicher oder kultureller Merkmale (z. B. Hautfarbe, Herkunft, Sprache, Religion) als homogene Gruppen konstruiert, negativ oder vermeintlich positiv bewertet, ab- und ausgegrenzt werden.

Der klassische Rassismus behauptet eine Ungleichheit und Ungleichwertigkeit von Menschengruppen auf Grundlage angeblicher biologischer Unterschiede. Im Kulturrassismus wird die Ungleichheit und Ungleichwertigkeit mit angeblichen Unterschieden zwischen den »Kulturen« zu begründen versucht. Rassismus ist die Summe aller Verhaltensweisen, Gesetze, Bestimmungen und Anschauungen, die den Prozess der Hierarchisierung und Ausgrenzung unterstützen und beruht auf ungleichen Machtverhältnissen

siehe auch:

http://www.ida-nrw.de/rechtsextremismus/glossar/?qlChar=R